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Technik im Detail

Wie das Gerät erkennt — und wo es aufhört.

Diese Seite ist für alle, denen die Startseite zu knapp war: für technisch interessierte Betriebsleitungen, für IT-Verantwortliche und vor allem für Datenschutzbeauftragte. Sie beschreibt, was tatsächlich passiert — einschließlich der Stellen, an denen noch nichts fertig ist.

Das Prinzip

Erkannt wird ein Funkverhalten, kein Mensch.

Kamerabrillen sind Funkgeräte. Damit sie sich mit einem Telefon verbinden können, senden sie in kurzen Abständen kleine Datenpakete aus — Bluetooth-Advertisings. Diese Pakete enthalten unter anderem eine Herstellerkennung, häufig Dienstkennungen und einen charakteristischen Sendetakt.

Ketaro One hört genau diese Pakete mit und vergleicht sie mit einem Katalog bekannter Brillenmodelle. Jedes zutreffende Merkmal trägt Punkte bei; erst wenn ein Schwellwert überschritten ist, gilt ein Modell als erkannt. Dieses Punktesystem ist der Grund, warum Telefone, Kopfhörer und Smartwatches keine Meldung auslösen — sie erreichen die Schwelle nicht.

Der gesamte Abgleich läuft auf dem Gerät selbst. Es fragt für eine Erkennung keinen Server, und es funktioniert weiter, wenn das WLAN ausfällt.

Wichtig für die Einordnung: Ein Bluetooth-Advertising ist ein öffentlich ausgesendetes Signal. Ketaro One entschlüsselt nichts, verbindet sich mit nichts und greift in keine fremde Kommunikation ein. Es hört zu, was ohnehin frei im Raum gesendet wird — und interessiert sich dabei nur für die Frage, ob es einem bekannten Brillenmodell entspricht.

Der Katalog

Wie neue Brillenmodelle dazukommen.

Der Markt für Smart Glasses verändert sich schnell. Ein Gerät, das nur die Modelle von heute kennt, wäre in einem Jahr wertlos. Deshalb steht hinter dem Gerät eine Plattform, die den Katalog pflegt und Aktualisierungen automatisch ausrollt.

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Erfassen

Ein neues Brillenmodell wird analysiert: Welche Herstellerkennung sendet es, welche Dienstkennungen, in welchem Takt? Daraus entsteht eine Signatur. Ergänzend gleiche ich wöchentlich die öffentliche Herstellerdatenbank der Bluetooth-Organisation ab — sie meldet neue Kennungen, bevor ein Gerät im Laden steht. Freigegeben wird jeder Vorschlag von Hand.

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Signieren

Die Signatur kommt in ein Paket, das kryptografisch signiert wird. Die Geräte akzeptieren ausschließlich Pakete mit gültiger Signatur — ein untergeschobenes Paket aus fremder Quelle wird verworfen.

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Ausrollen

Das Paket wird über WLAN verteilt, zuerst an einzelne Geräte, dann an die übrigen. Die Geräte holen es selbstständig ab. Vor Ort muss niemand etwas tun.

Welche Modelle abgedeckt sind

Der Katalog deckt die verbreiteten Kamerabrillen ab — darunter die Ray-Ban-Meta-Modelle beider Generationen, die Oakley-Meta-Reihe, Snap Spectacles und mehrere kleinere Anbieter. Eine feste Liste hier abzudrucken wäre irreführend: Sie ändert sich mit jedem Update, und eine gedruckte Liste wäre schon beim nächsten Modell veraltet. Den jeweils aktuellen Stand nenne ich Ihnen im Gespräch, und im Kundenportal ist er jederzeit einsehbar.

Ehrlich dazugesagt: Zwischen dem Erscheinen eines neuen Modells und seiner Aufnahme in den Katalog vergeht Zeit. In dieser Lücke wird das Modell nicht erkannt. Wie groß die Lücke ist, hängt davon ab, wie schnell mir das Modell auffällt — der wöchentliche Abgleich mit der Herstellerdatenbank verkürzt sie, schließt sie aber nicht.

Mehrere Zugänge

Wenn ein Punkt nicht reicht.

Ein Ketaro One deckt einen Zugang ab. Größere Häuser haben mehrere: einen Haupteingang, einen separaten Saunazugang, einen Übergang vom Bad in den Wellnessbereich. An jeder Stelle ein vollständiges Anzeigegerät aufzustellen, wäre unnötig aufwendig — gedacht sind dafür kleine Sensoren ohne Bildschirm, die an das Gerät am Empfang melden.

Stand der Dinge

Diese Zusatzsensoren sind geplant, aber noch nicht gebaut. Vorhanden ist die technische Grundlage: Die Gerätesoftware läuft bereits in einer Variante ohne Display, und die Plattform verwaltet mehrere Geräte je Standort. Was fehlt, ist die Hardware in kleiner Bauform. Wenn Sie mehrere Zugänge haben, sollten Sie das wissen, bevor wir sprechen — heute decke ich einen Punkt ab.

Wo solche Punkte hingehören

  • An Zugängen und Übergängen — zweiter Eingang, Saunazugang
  • Überall dort, wo Menschen vorbeigehen

Und wo nicht

  • Nicht in Umkleiden, Ruheräumen, Duschen oder Saunen
  • Nicht dort, wo Menschen sich aufhalten statt vorbeizugehen

Diese Grenze ist keine technische, sondern eine bewusste. Ein Gerät an einem Durchgang erfasst jemanden für Sekunden. Ein Gerät in einem Ruheraum würde eine Anwesenheit über Stunden mitschreiben — das wäre etwas kategorisch anderes, auch wenn es dieselbe Technik wäre. Die Reichweite von etwa 1 Meter bleibt in jedem Fall gleich: Es kommen weitere Punkte hinzu, nicht mehr beobachtete Fläche.

Datenhaltung

Was gespeichert wird — und was nicht.

Ein Gerät, das am Eingang Funksignale mitliest, muss sich diese Frage gefallen lassen. Deshalb steht sie hier vollständig und nicht im Kleingedruckten.

Wird protokolliert

  • Zeitpunkt der Erkennung
  • Welche Signatur getroffen hat
  • Einstufung der Meldung
  • Signalstärke, gerundet auf grobe Stufen

Wird nicht erfasst

  • Keine Geräteadresse (MAC)
  • Kein Gerätename
  • Keine Nutzdaten aus dem Funksignal
  • Kein Bild, kein Ton — die Hardware hat weder Kamera noch Mikrofon

Aus diesen Angaben lässt sich keine Person identifizieren und niemand wiedererkennen. Es entstehen keine Profile und keine Bewegungsdaten. Das ist kein Nebeneffekt, sondern der Aufbau: Die Datenfelder, die eine Person identifizierbar machen würden, existieren im Datenmodell schlicht nicht — sie könnten also auch nicht versehentlich gefüllt werden.

Erkennungen werden nach einer festen Frist automatisch und endgültig gelöscht, ebenso die Protokolle der Verwaltungsoberfläche nach einer längeren Frist. Verarbeitet und gespeichert wird ausschließlich innerhalb der EU. Eine technische Dokumentation, die Ihre Datenschutzbeauftragten prüfen können, stelle ich Ihnen vor dem Einsatz zur Verfügung — zusammen mit einer Vorlage für den ergänzenden Hinweis in Ihrer Haus- und Badeordnung.

Ehrlich gesagt

Fünf Einschränkungen, die man kennen muss.

Eine ausgeschaltete Brille sendet nichts.

Wer die Brille vor dem Betreten ausschaltet, wird nicht erkannt — von keinem Gerät am Markt, meines eingeschlossen. Eine hundertprozentige Erkennung gibt es nicht, und ich verspreche sie nicht. Wer das Gegenteil verspricht, hat entweder das Problem nicht verstanden oder sagt nicht die Wahrheit.

Die Reichweite beträgt etwa 1 Meter.

Ketaro One ist ein Gerät für den Empfangstresen, kein Raumscanner. Wer bereits im Haus ist, wird nicht erfasst. Das ist eine bewusste Entscheidung: Ein Gerät, das ganze Räume abtastet, wäre datenschutzrechtlich etwas grundlegend anderes — und in einem Bad vermutlich nicht zu rechtfertigen.

Es erkennt Geräte, keine Handlungen.

Das Gerät weiß nicht, ob jemand tatsächlich filmt. Es weiß, dass eine aktive Kamerabrille in der Nähe ist. Der Unterschied ist wesentlich: Die Meldung ist ein Anlass hinzusehen, kein Beweis und keine Anschuldigung.

Ein neues Modell braucht ein Update.

Erscheint ein Brillenmodell, das der Katalog noch nicht kennt, wird es bis zum nächsten Update nicht erkannt. Der wöchentliche Abgleich mit der Herstellerdatenbank verkürzt diese Lücke, schließt sie aber nicht.

Es ersetzt weder Hausordnung noch Personal.

Das Gerät liefert einen konkreten Hinweis, wo vorher nur ein vager Verdacht möglich war. Was daraus folgt, entscheiden Menschen. Ihre Verkehrssicherungspflicht bleibt vollständig bei Ihnen — daran ändert kein Gerät etwas.

Vor der Installation

Schwimmbäder sind funktechnisch schwierig.

Stahlbeton, Feuchtigkeit, große Glasflächen, Fliesen — Bäder gehören zu den unangenehmsten Umgebungen für Funk, die es in einem Gebäude gibt. Das betrifft Ketaro One weniger bei der Erkennung, die ohnehin nur den Nahbereich abdeckt, als bei der Verbindung ins WLAN, über die das Gerät seine Updates bezieht.

Deshalb messe ich das lieber nach, statt es anzunehmen. Ein Termin vor Ort dauert typischerweise ein bis zwei Stunden: Ich prüfe, wie weit Ihr Netz trägt, wo das Gerät stehen sollte und ob die geplante Stelle die Gäste tatsächlich erfasst. Sie bekommen das Ergebnis schriftlich — auch dann, wenn es gegen einen Einsatz spricht.

Der Hinweis auf den Stahlbeton kam übrigens nicht von mir, sondern aus dem Verband. Er war berechtigt, und er hat die Reihenfolge geändert: erst messen, dann versprechen.

Noch Fragen offen?

Dann sind es vermutlich die interessanten. Fünfzehn Minuten am Telefon klären mehr als jede weitere Seite Text.

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